Alexandra Sackmann

Wissen / Fachartikel

Remarketing

3 Minuten Lesezeit

Remarketing bedeutet, Menschen gezielt erneut Werbung zu zeigen, die schon einmal auf deiner Website waren oder dein Video gesehen haben. Der Begriff Retargeting meint dasselbe. Ziel ist es, Interessenten zurückzuholen, die beim ersten Besuch noch nicht gekauft oder angefragt haben.

Wie funktioniert Remarketing?

Auf deiner Website wird ein Messcode eingebunden. Stimmt ein Besucher zu, landet er auf einer Liste. Später kannst du dieser Liste Anzeigen zeigen, zum Beispiel im Google Displaynetzwerk, auf YouTube, auf LinkedIn oder bei Meta.

Wofür eignet sich Remarketing?

  • Besucher erinnern, die sich ein Angebot angesehen, aber nicht angefragt haben
  • Onlineshops: Produkte zeigen, die im Warenkorb liegen geblieben sind
  • Bei langen Entscheidungswegen im B2B sichtbar bleiben
  • Bestehenden Kunden ein passendes Zusatzangebot zeigen

Was muss ich beim Datenschutz beachten?

In Europa dürfen Besucher nur mit ihrer Zustimmung auf Remarketinglisten landen. Du brauchst also ein Einwilligungsbanner und einen Hinweis in der Datenschutzerklärung. Weil viele nicht zustimmen, sind die Listen heute kleiner als früher.

Tipps für gutes Remarketing

  • Bilde Listen nach Interesse, etwa nach besuchten Leistungsseiten.
  • Begrenze, wie oft jemand deine Anzeige sieht. Zu viel Werbung nervt.
  • Schließe Menschen aus, die schon angefragt oder gekauft haben.
  • Zeige etwas Neues, etwa eine Referenz oder ein konkretes Angebot, statt dieselbe Botschaft zu wiederholen.

Ein Beispiel

Ein Anbieter für Unternehmenssoftware stellt fest, dass viele Besucher die Preisseite aufrufen, aber keine Demo buchen. Er legt eine Remarketingliste nur für Besucher der Preisseite an und zeigt ihnen zwei Wochen lang eine Anzeige mit einer Kundenstimme und dem Hinweis auf eine kostenlose Demo. Wer die Demo gebucht hat, wird automatisch ausgeschlossen. So erreicht der Anbieter genau die Menschen mit dem größten Interesse, ohne alle Besucher gleich zu behandeln.

Arten von Remarketing

  • Standard Remarketing: Anzeigen für frühere Besucher im Displaynetzwerk
  • Dynamisches Remarketing: Onlineshops zeigen genau die Produkte, die sich jemand angesehen hat
  • Remarketing für die Suche: Höhere Gebote oder eigene Anzeigen, wenn frühere Besucher erneut bei Google suchen
  • Video Remarketing: Anzeigen für Menschen, die deine YouTube Videos gesehen haben
  • Kundenlisten: Eigene Kontakte, hochgeladen mit deren Einwilligung

Wie lange sollte jemand auf der Liste bleiben?

Das hängt von der Entscheidungsdauer ab. Bei günstigen Produkten reichen oft 7 bis 30 Tage. Im B2B mit langen Entscheidungswegen können 90 bis 180 Tage sinnvoll sein. Längere Zeiträume bringen größere Listen, aber auch mehr Menschen, die das Interesse längst verloren haben.

Typische Fehler

  • Allen Besuchern dieselbe Anzeige zeigen, egal welche Seite sie angesehen haben
  • Kunden, die schon gekauft haben, weiter mit derselben Anzeige verfolgen
  • Keine Begrenzung der Häufigkeit, sodass die Werbung nervt
  • Remarketing ohne Einwilligung im Cookie Banner
  • Den Erfolg nur an Conversions messen, die ohnehin passiert wären

Remarketing mit Kundenlisten

Neben Websitebesuchern kannst du auch eigene Kundenlisten hochladen, etwa Mailadressen von Kunden mit Einwilligung. Google und LinkedIn gleichen sie verschlüsselt mit ihren Nutzern ab. So kannst du bestehende Kunden gezielt auf neue Angebote hinweisen oder sie von Kampagnen zur Neukundengewinnung ausschließen. Achte dabei auf eine saubere Rechtsgrundlage.

Häufige Fragen zum Remarketing

Wie groß muss eine Remarketingliste sein?

Für Anzeigen im Google Displaynetzwerk reichen 100 aktive Nutzer, für die Google Suche brauchst du 1.000.

Ist Remarketing aufdringlich?

Nur wenn es übertrieben wird. Mit einer Begrenzung der Häufigkeit und sinnvollen Zeiträumen wirkt es eher wie eine freundliche Erinnerung.

Funktioniert Remarketing auch bei LinkedIn?

Ja. Mit dem LinkedIn Insight Tag kannst du Besuchern deiner Website später Anzeigen auf LinkedIn zeigen. Mehr dazu unter LinkedIn Ads.

Was ist der Unterschied zwischen Remarketing und Retargeting?

Inhaltlich keiner. Google nennt es Remarketing, viele andere Plattformen Retargeting.

Funktioniert Remarketing ohne Cookies?

Eingeschränkt. Kundenlisten und Zielgruppen aus eigenen YouTube Videos funktionieren ohne Cookies auf deiner Website.

Wie viel Budget brauche ich für Remarketing?

Meist deutlich weniger als für Suchkampagnen, weil die Liste klein ist. Ein kleiner Teil des Gesamtbudgets reicht oft aus.

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