Alexandra Sackmann

Wissen / Fachartikel

Google Ads Zielgruppen und Remarketing: so erreichst du die Richtigen

4 Minuten Lesezeit

In Google Ads kannst du neben Suchbegriffen auch Zielgruppen nutzen: Besucher deiner Website, eigene Kundenlisten, Menschen mit bestimmten Interessen oder Kaufabsichten. Remarketing, also das erneute Ansprechen von Besuchern, ist für die meisten Unternehmen der wirksamste Einsatz. Voraussetzung ist eine Einwilligung über dein Cookie Banner. Hier erfährst du, welche Zielgruppen es gibt, wie du sie in Suche und Display einsetzt und welche Grenzen gelten.

Die Zielgruppen im Überblick

Zielgruppe Wer dazu gehört Gut für
Websitebesucher Menschen, die deine Seiten besucht haben Remarketing, Erinnerung
Kundenlisten deine Kunden oder Kontakte, verschlüsselt hochgeladen Bestandskunden ansprechen oder ausschließen
YouTube Zuschauer Menschen, die deine Videos gesehen haben Remarketing nach Video
Kaufbereite Segmente Menschen, die gerade zu einer Kategorie recherchieren Neukunden mit Absicht
Interessen Menschen mit dauerhaften Interessen, etwa Sport Bekanntheit
Lebensereignisse etwa Umzug, Hochzeit, Firmengründung Angebote zu einem Anlass
Eigene Segmente Menschen, die nach bestimmten Begriffen gesucht oder Seiten besucht haben genaue Neukundengewinnung

Zielgruppen in der Suche: Beobachten oder Ausrichten

In Suchkampagnen nutzt du Zielgruppen meist zur Beobachtung. Die Anzeige erscheint weiter bei passenden Suchen, aber du siehst, wie Websitebesucher oder Kunden reagieren. Mit automatischen Geboten berücksichtigt Google diese Signale ohnehin.

Einstellung Was passiert Wann sinnvoll
Beobachtung Anzeige erscheint wie bisher, Zielgruppe wird ausgewertet fast immer in der Suche
Ausrichtung Anzeige erscheint nur für diese Zielgruppe eigene Kampagne für frühere Besucher, etwa mit breiteren Suchbegriffen

Remarketing richtig einsetzen

  • Listen nach Absicht trennen: Besucher der Preisseite sind wertvoller als Leser eines Blogartikels
  • Dauer passend zur Entscheidung wählen: bei schnellen Käufen 7 bis 30 Tage, im B2B oft 90 Tage oder mehr
  • Die Häufigkeit begrenzen, damit niemand genervt ist
  • Kunden, die schon gekauft oder angefragt haben, ausschließen
  • Eine Botschaft passend zum Besuch: Wer den Warenkorb verlassen hat, braucht etwas anderes als jemand, der nur gestöbert hat

Remarketing funktioniert in Display, YouTube, Demand Gen und als Signal in der Suche und in Performance Max.

Keine Zeit, das selbst umzusetzen?

Ich erstelle und betreue Google Ads Kampagnen seit 2006, für Selbstständige genauso wie für Konzerne. Google Ads erstellen lassen oder im kostenlosen Erstgespräch dein Konto prüfen lassen.

Ein Beispiel für Remarketing Listen

Liste Dauer Botschaft
Besucher der Leistungsseite, ohne Anfrage 30 Tage Erinnerung mit Nutzen und Einladung zum Gespräch
Besucher der Preisseite 60 Tage Antwort auf typische Fragen zum Preis
Leser des Ratgebers 90 Tage weiterführender Inhalt, noch kein Verkauf
Kunden 540 Tage ausschließen oder Folgeangebot

Die Dauer kannst du bis zu 540 Tage wählen. Länger ist nicht immer besser. Wer vor einem Jahr einmal auf deiner Seite war, erinnert sich meist nicht mehr.

Kundenlisten

Mit Kundenlisten lädst du Mailadressen oder Telefonnummern verschlüsselt hoch. Google gleicht sie mit angemeldeten Nutzern ab. So kannst du Bestandskunden gezielt ansprechen, ausschließen oder als Signal für ähnliche Menschen nutzen.

Dafür brauchst du die Einwilligung deiner Kunden und musst die Richtlinien von Google für Kundenlisten erfüllen. Die Liste sollte groß genug sein, damit genug Treffer entstehen. Kleine Listen mit wenigen hundert Kontakten bringen oft zu wenig.

Neue Kunden mit Zielgruppen finden

Für die Neukundengewinnung außerhalb der Suche sind eigene Segmente oft am stärksten. Du legst fest: Menschen, die bei Google nach bestimmten Begriffen gesucht haben, etwa „Badsanierung Kosten“. Diese Menschen erreichst du dann auf YouTube oder in Demand Gen Kampagnen, auch wenn sie gerade nicht suchen.

Interessen sind dagegen eher breit. Sie eignen sich für Bekanntheit, selten für Anfragen.

Datenschutz und Grenzen

  • Remarketing braucht eine Einwilligung über das Cookie Banner und den Consent Mode v2
  • Zielgruppen auf Basis sensibler Themen wie Gesundheit, Finanzlage oder Religion erlaubt Google nicht
  • Ähnliche Zielgruppen hat Google 2023 abgeschafft, an ihre Stelle traten optimiertes Targeting und Zielgruppensignale
  • Listen brauchen eine Mindestgröße, bevor Anzeigen ausgespielt werden

Mehr zur Einwilligung unter Conversion Tracking einrichten.

Typische Fehler

  • Eine einzige Liste „alle Besucher“ für alles
  • Kunden werden nicht ausgeschlossen und sehen weiter Werbung für das, was sie schon gekauft haben
  • Zielgruppen in der Suche ausgerichtet statt beobachtet, die Reichweite bricht ein
  • Keine Begrenzung der Häufigkeit
  • Das Cookie Banner übergibt die Einwilligung nicht, die Listen bleiben leer

Häufige Fragen zu Zielgruppen in Google Ads

Was ist Remarketing in Google Ads?

Das erneute Ansprechen von Menschen, die deine Website besucht, deine Videos gesehen oder deine App genutzt haben.

Brauche ich für Remarketing eine Einwilligung?

Ja. In Deutschland braucht Remarketing eine Einwilligung über das Cookie Banner, die per Consent Mode an Google übergeben wird.

Wie lange bleiben Besucher in einer Liste?

Du legst die Dauer selbst fest, bis zu 540 Tage. Sinnvoll ist eine Dauer, die zu deiner typischen Entscheidungszeit passt.

Was sind kaufbereite Segmente?

Zielgruppen aus Menschen, die laut Google gerade aktiv nach Produkten oder Leistungen einer Kategorie recherchieren.

Sollte ich Zielgruppen in Suchkampagnen ausrichten?

Meist nicht. Nutze sie zur Beobachtung. So bleibt die Reichweite erhalten, und die Gebote berücksichtigen die Signale trotzdem.

Gibt es ähnliche Zielgruppen noch?

Nein. Google hat sie 2023 abgeschafft. Stattdessen gibt es optimiertes Targeting in Display und Demand Gen Kampagnen.

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