Alexandra Sackmann

Wissen / Fachartikel

Google Ads Kampagne erstellen: Schritt für Schritt Anleitung

10 Minuten Lesezeit

Eine Google Ads Kampagne erstellst du in sechs Schritten: Konto anlegen, Conversion Tracking einrichten, Kampagne mit Ziel, Budget und Standort festlegen, Anzeigengruppen mit Keywords anlegen, Anzeigen schreiben, Zahlungsdaten hinterlegen. Für den Start empfehle ich eine einfache Suchkampagne mit wenigen, gut gewählten Keywords. Diese Anleitung führt dich durch jeden Schritt und zeigt, welche Einstellungen du besser änderst.

Lies auch: Google Ads einfach erklärt: So funktioniert Werbung bei Google

Bevor du startest

Drei Dinge solltest du klären, bevor du das Konto öffnest:

  • Ziel: Was soll passieren? Anrufe, Anfragen über ein Formular, Verkäufe im Shop oder Terminbuchungen?
  • Zielseite: Wohin führen die Anzeigen? Ideal ist eine passende Landingpage statt der Startseite.
  • Budget: Wie viel kannst du im Monat ausgeben? Wie du das kalkulierst, liest du unter Google Ads Kosten.

Ob sich Google Ads für dich überhaupt lohnen, kannst du vorab mit einer einfachen Rechnung prüfen. Mehr dazu unter Lohnen sich Google Ads.

Schritt 1: Google Ads Konto anlegen

  1. Gehe auf ads.google.com und melde dich mit einem Google Konto an. Nutze möglichst ein Konto des Unternehmens, nicht ein privates.
  2. Google möchte dich direkt durch eine vereinfachte Kampagne führen. Achte auf die Option, ein Konto ohne Kampagne anzulegen oder in den Expertenmodus zu wechseln. Die vereinfachten Kampagnen geben dir kaum Kontrolle.
  3. Prüfe Land, Zeitzone und Währung. Diese lassen sich später nicht mehr ändern.
  4. Verknüpfe das Konto, falls vorhanden, mit deinem Google Unternehmensprofil und mit Google Analytics, wenn du es nutzt.
  5. Rechne damit, dass Google dich als Werbetreibenden bestätigen lässt. Dafür brauchst du je nach Konto einen Ausweis oder einen Nachweis für dein Unternehmen. Bis die Prüfung abgeschlossen ist, können Anzeigen eingeschränkt oder pausiert sein. Die Angaben müssen genau zu deinem Zahlungsprofil passen.

Schritt 2: Conversion Tracking einrichten

Ohne Tracking weißt du nicht, welche Anzeigen Anfragen bringen, und die automatischen Gebote von Google haben nichts, woran sie sich orientieren können. Deshalb kommt dieser Schritt vor der ersten Kampagne.

  1. Unter Ziele → Conversions eine neue Conversion Aktion anlegen, etwa „Kontaktformular gesendet“ oder „Anruf“.
  2. Den Google Tag auf der Website einbauen, am einfachsten über den Google Tag Manager oder ein Plugin.
  3. Festlegen, wann die Conversion zählt, etwa beim Aufruf der Danke Seite nach dem Formular.
  4. Den Consent Mode in Version 2 im Cookie Banner einrichten. Ohne ihn fehlen dir in der EU viele Daten, und die Messung ist nicht datenschutzkonform.
  5. Mit einer Testanfrage prüfen, ob die Conversion ankommt.

Achte darauf, dass nur echte Anfragen oder Verkäufe als primäre Conversion zählen. Aus Analytics importierte Ziele wie Seitenaufrufe stellst du auf sekundär. Sonst optimiert Google auf etwas, das dir kein Geschäft bringt. Neue Conversion Aktionen brauchen oft ein bis zwei Tage, bis sie zuverlässig Daten liefern. Richte das Tracking deshalb ein paar Tage vor dem Start ein.

Mehr dazu unter Conversion Tracking.

Schritt 3: Kampagne anlegen

Klicke auf das Plussymbol und dann auf „Neue Kampagne“.

  • Ziel: Wähle etwa „Leads“ oder „Umsätze“ oder erstelle die Kampagne ohne Zielvorgabe, wenn du alle Einstellungen selbst festlegen willst. Prüfe danach, welche Conversions der Kampagne zugeordnet sind.
  • Kampagnentyp: Wähle „Suche“. Andere Typen wie Performance Max oder Display kommen später.
  • Name: Gib der Kampagne einen sprechenden Namen, etwa „Suche | Steuerberatung GmbH | Köln“.

Gebote

Für den Start mit wenig Daten ist „Klicks maximieren“ mit einer Obergrenze für den Klickpreis oder „Conversions maximieren“ sinnvoll, wenn das Tracking sauber läuft. Strategien mit Zielvorgaben wie Ziel CPA oder Ziel ROAS brauchen genug Conversions, meist mehrere Dutzend im Monat. Mehr unter CPC.

Netzwerke

Entferne das Häkchen beim Displaynetzwerk. Sonst erscheinen deine Suchanzeigen auch als Banner auf Websites, was das Budget oft ohne Ergebnis aufbraucht. Ob du Suchnetzwerk Partner einbeziehst, kannst du später anhand der Zahlen entscheiden.

Standorte und Sprache

Lege die Region fest, in der du Kunden erreichen willst, etwa eine Stadt mit Umkreis. Wichtig: Wähle unter den Standortoptionen „Präsenz“. Sonst sieht deine Anzeige auch, wer sich nur für die Region interessiert, etwa jemand in Hamburg, der nach einem Hotel in Köln sucht. Bei Sprache wählst du die Sprachen deiner Kunden, meist Deutsch und Englisch.

Standortauswahl in Google Ads

Budget

Das Budget legst du als Tagesbudget fest. Google darf es an einzelnen Tagen bis zum Doppelten überschreiten, im Monat aber höchstens das 30,4 fache abrechnen. Plane nicht zu knapp. Google optimiert anhand von Daten, und mit wenig Budget fehlen genau diese Daten. 20 bis 30 Klicks pro Woche sind das Minimum, besser ist deutlich mehr.

AI Max

Bei neuen Suchkampagnen ist AI Max inzwischen standardmäßig aktiv. Dahinter stecken drei Funktionen:

  • Abgleich mit Suchbegriffen: Deine Anzeigen erscheinen auch bei Suchanfragen, die nicht in deiner Keywordliste stehen.
  • Textanpassung: Google schreibt zusätzliche Überschriften und Beschreibungen selbst, auf Basis deiner Website und deiner Anzeigen.
  • Erweiterung der finalen URL: Google wählt selbst, auf welche Seite deiner Website ein Klick führt.

Die früheren Einstellungen für automatisch erstellte Assets und für weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene sind in AI Max aufgegangen. Dynamische Suchanzeigen kannst du nicht mehr neu anlegen.

Für die erste Kampagne empfehle ich, Textanpassung und Erweiterung der finalen URL auszuschalten. So behältst du die Kontrolle über deine Texte und Zielseiten. AI Max kannst du später testen, wenn genug Conversions da sind, am besten als Test gegen die bestehende Kampagne.

Weitere Einstellungen

  • Werbezeitplaner: Wenn du nur zu Geschäftszeiten Anrufe annehmen kannst, schränke Anrufanzeigen auf diese Zeiten ein.
  • Ausgeschlossene Inhalte: Schließe Begriffe oder Themen aus, bei denen deine Anzeige auf keinen Fall erscheinen soll.

Schritt 4: Anzeigengruppen und Keywords

Eine Anzeigengruppe bündelt eng verwandte Keywords mit passenden Anzeigen. Faustregel: ein Thema pro Anzeigengruppe. Eine Steuerberatung hätte etwa getrennte Gruppen für „Steuerberater GmbH“, „Lohnbuchhaltung“ und „Steuerberater Existenzgründung“.

  1. Keywords recherchieren: mit dem Keyword Planer und den Suchvorschlägen von Google. Mehr unter Keyword Recherche für Google Ads.
  2. Begriffe mit Kaufabsicht zuerst: „Steuerberater GmbH Köln“ statt „Was macht ein Steuerberater“.
  3. Keyword Optionen wählen: Zum Start sind passende Wortgruppe und genau passend gut kontrollierbar. Mehr unter Keyword Optionen.
  4. Ausschließende Keywords anlegen: etwa „kostenlos“, „Job“, „Ausbildung“, „Gehalt“. Mehr unter Ausschließende Keywords.

Fünf bis zwanzig Keywords pro Anzeigengruppe reichen in der Regel. Mehr Struktur bedeutet nicht automatisch mehr Erfolg. Wie du ein Konto sinnvoll aufbaust, liest du unter Google Ads Kampagnenstruktur.

Schritt 5: Anzeigen schreiben

Suchanzeigen sind heute responsive Suchanzeigen. Du gibst bis zu 15 Überschriften mit je 30 Zeichen und bis zu 4 Beschreibungen mit je 90 Zeichen ein. Google kombiniert daraus die passende Anzeige.

  • Suchbegriff aufgreifen: mindestens zwei, drei Überschriften mit dem Keyword
  • Nutzen nennen: was der Kunde davon hat, etwa „Termin in 48 Stunden“
  • Vertrauen schaffen: Erfahrung, Bewertungen, Zertifikate
  • Handlung auslösen: ein klarer Call to Action, etwa „Jetzt Erstgespräch vereinbaren“
  • Abwechslung: unterschiedliche Überschriften, damit Google sinnvoll kombinieren kann

Die Anzeigenstärke im Konto gibt Hinweise, ist aber kein Maß für den Erfolg. Entscheidend sind Klickrate und Conversions.

Assets ergänzen

Assets, früher Anzeigenerweiterungen, machen deine Anzeige größer und informativer. Sie kosten nichts extra und erhöhen meist die Klickrate.

  • Sitelinks: zusätzliche Links zu Unterseiten, etwa Leistungen, Preise, Kontakt
  • Zusatzinformationen: kurze Vorteile wie „Kostenloses Erstgespräch“ oder „Seit 2008“
  • Snippets: Aufzählungen etwa von Leistungen oder Marken
  • Anrufe: deine Telefonnummer direkt in der Anzeige
  • Standort: Adresse aus dem Unternehmensprofil
  • Bilder und Logo: erscheinen bei manchen Suchen neben der Anzeige
Sitelinks in einer Google Anzeige

Keine Zeit, das selbst umzusetzen?

Ich erstelle und betreue Google Ads Kampagnen seit 2006, für Selbstständige genauso wie für Konzerne. Google Ads erstellen lassen oder im kostenlosen Erstgespräch dein Konto prüfen lassen.

Schritt 6: Zahlungsdaten und Freigabe

Zum Schluss hinterlegst du Rechnungsadresse und Zahlungsmittel, etwa Kreditkarte oder Lastschrift. Bei der automatischen Zahlung bucht Google nach Erreichen eines Schwellenwerts oder spätestens nach 30 Tagen ab. Die Rechnungen findest du unter Abrechnung.

Mein Tipp: Lege die Kampagne pausiert an und aktiviere sie erst, wenn du alle Einstellungen noch einmal geprüft hast. Google prüft auch pausierte Anzeigen, meist innerhalb weniger Stunden. So fließt kein Geld, bevor alles stimmt.

Die ersten Wochen nach dem Start

  • Nach zwei bis drei Tagen: Laufen die Anzeigen? Kommen Klicks? Kommen Conversions im Tracking an?
  • Mehrmals pro Woche: den Bericht zu Suchbegriffen prüfen, unpassende Begriffe ausschließen, gute als Keywords aufnehmen
  • Nach zwei bis vier Wochen: schwache Keywords pausieren, Anzeigen vergleichen, Budget verschieben
  • Nach etwa zwei Monaten: Gebotsstrategie prüfen, eventuell auf Conversions umstellen, AI Max testen, weitere Kampagnen oder Remarketing ergänzen

Weitere Tipps findest du unter Google Ads Kampagnen optimieren und Die 6 tödlichsten Google Ads Fehler.

Typische Fehler beim Einrichten

  • Eine vereinfachte Kampagne statt einer normalen Suchkampagne anlegen
  • Das Displaynetzwerk in der Suchkampagne aktiviert lassen
  • Standortoption „Präsenz oder Interesse“ beibehalten
  • Ohne Conversion Tracking starten oder Seitenaufrufe als primäre Conversion zählen
  • AI Max mit allen Funktionen ungeprüft laufen lassen
  • Viele Themen in einer Anzeigengruppe mischen
  • Empfehlungen im Konto automatisch übernehmen lassen

Videos zum Thema

Was ist Google Ads und wie funktioniert es?

Eine Google Ads Kampagne einrichten:

Häufige Fragen zum Erstellen einer Google Ads Kampagne

Ist Google Ads kostenlos?

Das Konto ist kostenlos. Du zahlst nur für die Werbung, in Suchkampagnen meist pro Klick.

Wie lange dauert es, eine Kampagne einzurichten?

Eine einfache Suchkampagne mit Tracking kannst du an einem Tag einrichten. Für eine gründliche Keywordrecherche und gute Anzeigen solltest du mehr Zeit einplanen.

Wie viel Budget brauche ich für den Start?

Mehr, als viele denken. Google steuert und optimiert Kampagnen anhand von Daten. Wenig Budget bedeutet wenige Klicks und Conversions und damit eine schlechte Basis für die automatischen Gebote. 20 bis 30 Klicks pro Woche sind nur das Minimum, um überhaupt etwas zu erkennen. Damit die Kampagne wirklich lernen kann, sollte das Budget deutlich darüber liegen. Wie du es kalkulierst, liest du unter Google Ads Kosten.

Wann sehe ich erste Ergebnisse?

Klicks oft am ersten Tag, belastbare Aussagen zu Anfragen und Kosten meist nach vier bis acht Wochen.

Was ist AI Max?

AI Max ist eine Sammlung von KI Funktionen für Suchkampagnen. Google sucht damit selbst passende Suchanfragen, ergänzt Anzeigentexte und wählt Zielseiten. Bei neuen Suchkampagnen ist AI Max standardmäßig aktiv. Für den Start solltest du die Funktionen bewusst prüfen und Textanpassung sowie Erweiterung der finalen URL eher ausschalten.

Was ist der Unterschied zwischen Google Ads und AdWords?

Keiner. Google hat AdWords 2018 in Google Ads umbenannt.

Kann ich eine Kampagne pausieren?

Ja, jederzeit. Pausierte Kampagnen kosten nichts und behalten alle Einstellungen. Häufiges Ein und Ausschalten ist aber nicht sinnvoll. Automatische Gebotsstrategien lernen aus den laufenden Daten. Jede Pause unterbricht dieses Lernen und wirft die Kampagne fast wieder an den Anfang zurück. Nach dem Neustart kann es bis zu 20 Tage dauern, bis sie wieder stabil läuft. Willst du weniger ausgeben, senke lieber das Budget. Sollen Anzeigen nur zu bestimmten Zeiten erscheinen, nutze den Werbezeitplaner.

Soll ich die Empfehlungen von Google übernehmen?

Nicht ungeprüft. Viele Empfehlungen erhöhen vor allem die Ausgaben. Prüfe jede einzeln und schalte die automatische Übernahme aus.

Wie erstelle ich ein Google Ads Konto?

Gehe auf ads.google.com, melde dich mit einem Google Konto an und wechsle in den Expertenmodus. Dort kannst du das Konto auch ohne erste Kampagne anlegen. Wie es weitergeht, steht in Schritt 1 dieser Anleitung.

Kann ich meine Kampagne auch erstellen lassen?

Ja. Wenn dir die Zeit fehlt, kannst du deine Google Ads Kampagne erstellen lassen. Das Erstgespräch ist kostenlos.

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